Divest Kassel – Übergabetreffen 14.3. café desasta

Zeiten und Menschen wandeln sich: Die Initiative Divest Kassel befindet sich gerade in einer Übergangsphase. Viele unserer erfahrenen Divest@s würden gerne ihr Wissen und Erfahrungen an neue motivierte Menschen weitergeben. Gleichzeitig haben sich in den letzten Wochen bereits einige Menschen bei uns gemeldet, die neu einsteigen möchten.

Daher möchten die „Divest-Oldies“ zu einem Divest Kassel – Übergabetreffen einladen: nächsten Donnerstag, 14.3., 19 Uhr im café desasta (Arnold-Bode-Str. 6, am Uni-Campus Holländischer Platz).

Bei dem Treffen werden wir die bisherigen Kampagnen mit ihren Ergebnissen kurz vorstellt. Wir geben unser Wissen, Informationen & Ressourcen sowie Kontakte weiter und bereiten einen Überblick über mögliche Ansatzpunkte für weitere Kampagnen vor. Unsere bisherige Organisationsstruktur könntet ihr auch übernehmen. Dann geht es darum, sich als neue Gruppe zu finden. Dafür ist die Idee, nach dem inhaltlichen Teil noch zum weiteren Diskutieren und Kennenlernen bei Ali (dem Nordstadtkiosk/Kneipe) zu wechseln.

Zwei Wochen später, am Dienstag 26.3. (18 Uhr? –> wird am 14.3. final geklärt, danach hier nachschauen), gibt es ein weiteres Treffen, um stärker in die Tiefe zu gehen. Auch dort gerne noch dazukommen! Bei allem danach ist alles offen für deine und eure Gestaltung: Gerne unterstützen die Divest-Oldies bei alldem, werden euch aber allen Freiraum lassen, die Gruppe auf eure Art weiterzuführen. Uns ist nur die grundsätzliche Fortführung der Divestment-Bewegung hier in Kassel ein sehr großes Anliegen, deswegen werden wir den weiteren Verlauf mit großem Interesse verfolgen und im Hintergrund weiter unterstützen.

Am Wochenende vom 5. bis zum 7. April findet praktischerweise das bundesweite Vernetzungstreffen der Divestment-Bewegung hier in Kassel statt. Ein perfekter Moment, um Kontakte zu knüpfen und von den Erfahrungen anderer Kampagnen zu lernen. Nähere Infos dazu findet ihr unten in der weitergeleiteten Mail.

Warum Divestment?

Die Divestment-Bewegung wird weltweit als immer stärkerer Gegenspieler der fossilen Industrie wahrgenommen. Zum Beispiel taucht sie in immer mehr Risikoanalysen von Beratungsfirmen der Kohle-, Öl- und Gasindustrie auf. Drei Ziele sehen wir dabei in der Bewegung:

1. Bewusstsein schaffen, dass momentan bereits mehr fossile Rohstoffquellen angezapft wurden, als für eine Einhaltung des Pariser 1,5°-Ziels und damit der Begrenzung der humanitären Klimakatastrophe maximal ausgebeutet werden dürfen.

2. Der fossilen Industrie ihre gesellschaftliche Legitimation entziehen:
So etwas finanzieren wir nicht mit unserem Konto / unserer Lebensversicherung / unserem Rentenfonds! Erst mit dieser Entflechtung (siehe die Abhängigkeit der RWE-Kommunen) und der Delegitimierung werden starke politische Maßnahmen gegen die gemeinschädliche fossile Industrie möglich – manche bei uns nennen das „aktive Kapitalismuskritik“.

3. Die Kohlenstoffblase platzen lassen:
Wenn alle fossilen Unternehmen dazu gezwungen werden, nur noch den Anteil ihrer Reserven fördern, mit denen das 1,5°-Ziel noch eingehalten werden kann, wird ein Großteil ihres Wertes zusammenbrechen. Aktuell gehen bloß die meisten Aktionär*innen davon aus, dass sie vor den anderen an der Börse merken, wann diese Blase platzt. Wenn wir mit der weltweiten Divestment-Bewegung ein Signal setzen „jetzt ist der Zeitpunkt, auszusteigen“, könnte in kurzer Zeit die große Mehrheit dieser Entscheidung folgen. Das funktioniert besonders dann gut, wenn viele Divestment-Entscheidungen gleichzeitig bekanntgegeben werden.

Umso wichtiger also, dass in Kassel und Region große Finanztöpfe zum Ausstieg überredet oder durch öffentlichen Druck gezwungen werden. Diesen Druck müssen wir selbst erzeugen.

Egal, ob du noch keinerlei politische Erfahrungen gesammelt hast oder bereits anderswo aktiv bist – du kannst Divest Kassel werden: Komm nächsten Donnerstag, 14.3, um 19 Uhr zum Divest-Treffen im café desasta! Oder meld dich hier per Mail zum Kontakt aufnehmen für danach.

Divestment – Wozu denn das?

Fossile Industrie? Ist auf dem absteigenden Ast!

Immer mehr Institutionen springen auf die Divestment-Welle mit auf. Die Gründe für diese Erfolge und die Dynamik, die das für die Bewegung, aber in negativer Weise natürlich auch für die Kohle-, Öl- und Gas-Industrie hat, hat das Institut für Energiewirtschaft und Finanzanalyse (IEEFA) zusammengetragen. Lesen lohnt sich!

IEEFA update: Divestment 101

8.11. Offenes Strategietreffen: Sei dabei!

Wie können wir der Divestment-Welle hier in Kassel den nötigen Schwung verleihen? Wo gibt es aktuelle Ansatzpunkte, auf welche strategischen Entwicklungen und Aktionen haben wir Lust?

All diese Fragen möchten wir zusammen mit dir beantworten!
Am 8. November um 18 Uhr findet dafür unser nächstes Strategietreffen statt. Komm gerne dazu! Wir treffen uns in den Räumlichkeiten der Falken Nordhessen (Weserstraße 17).

Bis dahin!

UPDATE: Unsere aktuellen Termine findest du stets unter Mitmachen. Aktuell treffen wir uns jeden ersten Mittwoch im Monat.

Pressemitteilung: Uni kehrt nach unserem Druck der Commerzbank den Rücken

Ende vergangener Woche erhielten die Kasseler Studierenden eine Mail der Hochschulverwaltung, dass ihre halbjährlichen Semestergebühren nicht länger auf das bisherige Konto bei der Commerzbank überwiesen werden sollen. Stattdessen hat sich die Universität Kassel laut ihrer Pressestelle dazu entschlossen, mit dem Wechsel zur Sparkasse regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken.

Die zivilgesellschaftliche Initiative Divest Kassel hat diesen Prozess vor zwei Jahren angestoßen und seitdem regelmäßig kritisch nachgefragt. „Wir beglückwünschen die Universität Kassel zu diesem ersten Schritt. Sie zeigt damit ihre gesellschaftliche Verantwortung zur sozial-ökologischen Transformation. Denn diese Verantwortung hört nicht beim Geld auf,“ kommentiert deren Pressesprecher Arvid Jasper. „Öffentliche Einrichtungen müssen es als Erste ablehnen, mithilfe von Zinsen Profit aus Klimazerstörung, Ausbeutung und Kriegsproduktion zu schlagen,“ so Jasper. Daher fordert die Initiative die Universität dazu auf, auch die weiteren Konten von den gesellschaftlich schädlichen Großbanken abzuziehen und zu Nachhaltigkeitsbanken mit umfassenden Nachhaltigen Anlagerichtlinien zu wechseln. Des Weiteren solle die Universität Einfluss nehmen auf die Anlagepraxis des Pensionsfonds, welcher die Altersversorgung der Beamt*innen verwaltet. Der Initiative zufolge müsse auch die kapitalgedeckte betriebliche Altersversorgung der VBL auf den Prüfstand, die allen Mitarbeitenden empfohlen wird.

Die Commerzbank finanziert in großem Umfang Rüstungsproduzenten wie die Panzerschmiede Rheinmetall oder neue Kohlekraftwerke. Die Aktivistin Kerstin Lopau fordert die Sparkasse als öffentlich-rechtliche Bank dazu auf, Anlageprodukte dieser Branchen abzustoßen und so mittels einer Nachhaltigen Anlagerichtlinie zu „deinvestieren“.

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Aktuelle Informationen zu Kohle- und Rüstungsinvestitionen der Commerzbank unter https://urgewald.org/medien/commerzbank-loechrige-ethik

Für alle mit Fonds: Wie finde ich Informationen über mein Anlageprodukt?

Beim Workshop am Montag im evangelischen Forum haben wir vorgestellt, wie ihr selbst herausfinden könnt, worin ein bestimmter Anlagefonds investiert ist. Im Wesentlichen sind das die folgenden Schritte:

  • Namen des Anlageproduktes und/oder ISIN-Nummer herausfinden
  • Nur bei mehrfach verschachtelten Fonds:
    • Online Jahres- oder Rechenschaftsbericht suchen
    • Im Dokument die „Vermögensaufstellung“ suchen und die einzelnen Fonds identifizieren
  • Fonds anhand „ISIN-Kennung“ mittels Suchmaschine finden
  • In den jeweiligen Rechenschaftsberichten sind alle Unternehmen mit ihren Anteilen am Fonds gelistet (Suche nach „Vermögensaufstellung“)

Nützliche Seiten für diese Recherche sind zum Beispiel folgende Fondsdatenbanken:

Im Anschluss gilt es nun zu identifizieren, ob ethisch und sozial-ökologisch problematische Unternehmen dort mit gelistet sind. Dabei helfen neben den allgemein bekannten Fällen z.B. folgende Datenbanken: