Divestment – Wozu denn das?

Fossile Industrie? Ist auf dem absteigenden Ast!

Immer mehr Institutionen springen auf die Divestment-Welle mit auf. Die Gründe für diese Erfolge und die Dynamik, die das für die Bewegung, aber in negativer Weise natürlich auch für die Kohle-, Öl- und Gas-Industrie hat, hat das Institut für Energiewirtschaft und Finanzanalyse (IEEFA) zusammengetragen. Lesen lohnt sich!

IEEFA update: Divestment 101

8.11. Offenes Strategietreffen: Sei dabei!

Wie können wir der Divestment-Welle hier in Kassel den nötigen Schwung verleihen? Wo gibt es aktuelle Ansatzpunkte, auf welche strategischen Entwicklungen und Aktionen haben wir Lust?

All diese Fragen möchten wir zusammen mit dir beantworten!
Am 8. November um 18 Uhr findet dafür unser nächstes Strategietreffen statt. Komm gerne dazu! Wir treffen uns in den Räumlichkeiten der Falken Nordhessen (Weserstraße 17).

Bis dahin!

UPDATE: Unsere aktuellen Termine findest du stets unter Mitmachen. Aktuell treffen wir uns jeden ersten Mittwoch im Monat.

Pressemitteilung: Uni kehrt nach unserem Druck der Commerzbank den Rücken

Ende vergangener Woche erhielten die Kasseler Studierenden eine Mail der Hochschulverwaltung, dass ihre halbjährlichen Semestergebühren nicht länger auf das bisherige Konto bei der Commerzbank überwiesen werden sollen. Stattdessen hat sich die Universität Kassel laut ihrer Pressestelle dazu entschlossen, mit dem Wechsel zur Sparkasse regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken.

Die zivilgesellschaftliche Initiative Divest Kassel hat diesen Prozess vor zwei Jahren angestoßen und seitdem regelmäßig kritisch nachgefragt. „Wir beglückwünschen die Universität Kassel zu diesem ersten Schritt. Sie zeigt damit ihre gesellschaftliche Verantwortung zur sozial-ökologischen Transformation. Denn diese Verantwortung hört nicht beim Geld auf,“ kommentiert deren Pressesprecher Arvid Jasper. „Öffentliche Einrichtungen müssen es als Erste ablehnen, mithilfe von Zinsen Profit aus Klimazerstörung, Ausbeutung und Kriegsproduktion zu schlagen,“ so Jasper. Daher fordert die Initiative die Universität dazu auf, auch die weiteren Konten von den gesellschaftlich schädlichen Großbanken abzuziehen und zu Nachhaltigkeitsbanken mit umfassenden Nachhaltigen Anlagerichtlinien zu wechseln. Des Weiteren solle die Universität Einfluss nehmen auf die Anlagepraxis des Pensionsfonds, welcher die Altersversorgung der Beamt*innen verwaltet. Der Initiative zufolge müsse auch die kapitalgedeckte betriebliche Altersversorgung der VBL auf den Prüfstand, die allen Mitarbeitenden empfohlen wird.

Die Commerzbank finanziert in großem Umfang Rüstungsproduzenten wie die Panzerschmiede Rheinmetall oder neue Kohlekraftwerke. Die Aktivistin Kerstin Lopau fordert die Sparkasse als öffentlich-rechtliche Bank dazu auf, Anlageprodukte dieser Branchen abzustoßen und so mittels einer Nachhaltigen Anlagerichtlinie zu „deinvestieren“.

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Aktuelle Informationen zu Kohle- und Rüstungsinvestitionen der Commerzbank unter https://urgewald.org/medien/commerzbank-loechrige-ethik

Für alle mit Fonds: Wie finde ich Informationen über mein Anlageprodukt?

Beim Workshop am Montag im evangelischen Forum haben wir vorgestellt, wie ihr selbst herausfinden könnt, worin ein bestimmter Anlagefonds investiert ist. Im Wesentlichen sind das die folgenden Schritte:

  • Namen des Anlageproduktes und/oder ISIN-Nummer herausfinden
  • Nur bei mehrfach verschachtelten Fonds:
    • Online Jahres- oder Rechenschaftsbericht suchen
    • Im Dokument die „Vermögensaufstellung“ suchen und die einzelnen Fonds identifizieren
  • Fonds anhand „ISIN-Kennung“ mittels Suchmaschine finden
  • In den jeweiligen Rechenschaftsberichten sind alle Unternehmen mit ihren Anteilen am Fonds gelistet (Suche nach „Vermögensaufstellung“)

Nützliche Seiten für diese Recherche sind zum Beispiel folgende Fondsdatenbanken:

Im Anschluss gilt es nun zu identifizieren, ob ethisch und sozial-ökologisch problematische Unternehmen dort mit gelistet sind. Dabei helfen neben den allgemein bekannten Fällen z.B. folgende Datenbanken:

Spannende Vernetzung bei gut besuchter Abendveranstaltung!

Gestern Abend fand unsere gut besuchte Veranstaltung „Nachhaltig aus der Kohle – Ist mein Geld klimagerecht angelegt?“ im evangelischen Forum statt. Ein voller Erfolg!

„Das ist die Kohle nicht wert“: Vertreter von Divest Kassel, attac Kassel, der Energiegenossenschaft Kaufunger Wald, oikocredit Hessen-Pfalz und der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck fordern nachhaltige Finanzanlagen.

Kerstin Lopau beim Vorstellen von Divest Kassel:

Die Veranstaltung fand mit etwa 35 Besucher*innen im evangelischen Forum bei der Lutherkirche statt.

Manfred Hofmann von attac Kassel gibt einen Rat mit auf den Weg: Sich selbst zu informieren ist der einzige Weg, um nicht schädliche Finanzprodukte aufgeschwatzt zu bekommen.

Neben oikocredit hat Willi Nitsche die Bürgerenergiegenossenschaft Kaufunger Wald eG als lokale Investitionsalternative vorgestellt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden in einem interaktiven Workshop Vorschläge entwickelt, wie Fonds auf ihre Klimaschädlichkeit untersucht werden können. Zunächst einmal gilt es, Nachhaltigkeit für sich selbst zu definieren – oder zumindest festzulegen, was nicht nachhaltig ist. Im Anschluss kann dann über Webseiten wie www.finanzen.net oder www.fondsweb.de ein entweder bereits bestehender oder infrage kommender Fonds auf seine Beteiligungen untersucht werden. Auf www.coalexit.org können einzelne Unternehmen auf ihre Verwicklungen in die Kohleindustrie analysiert werden.

Thomas Haselhorst von Divest Kassel bei der Sammlung von „nicht-investierbaren“ Unternehmen durch das Publikum.

André Höck, Portfoliomanager bei der Evangelischen Bank, hat in der Workshopphase weiteren Input zu nachhaltigen Investment-Fonds geliefert. Am Ende der Veranstaltung hat sich eine rege Diskussion darüber ergeben, inwiefern Geldanlagen am Aktienmarkt z.B. aufgrund der schlichten Größe der finanzierten Unternehmen überhaupt nachhaltig sein können – eine Frage, die auch uns beschäftigt.

Die Veranstaltung wurde von Stefan Weiß, dem Klimaschutzmanager der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck moderiert.

WIr haben uns sehr gefreut, dass so viele verschiedene Akteure zu dieser Veranstaltung beigetragen haben und so vielfältige Sichtweisen auf das Thema vermittelt haben. Mit dieser Vernetzung gehen wir nun gestärkt in die weiteren Schritte unserer Stadt-Kampagne!