Divestment-Beschlussvorlage für den Uni-Senat

Das Präsidium und insbesondere der Kanzler sind für die Finanzen der Uni zuständig. Aber der Senat ist das höchste beschlussfassende Gremium. Nur dort können wir einen langfristig wirkenden Beschluss verankern, wie die Uni mit ihren Geldanlagen umgehen soll.

Daher haben wir schon einmal eine Beschlussvorlage für den Senat vorbereitet. Habt ihr Anmerkungen oder Kritik? Würdet ihr gerne noch andere Aspekte verankert sehen? Schreibt uns in den Kommentaren oder direkt im Kontaktformular!

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Gespräch mit dem Uni-Präsidenten

Zitat

Am letzten Dienstag, den 06.12.2016, waren wir für ein intensives Gespräch beim Uni-Präsidenten Prof. Finkeldey. Er stimmt uns generell zu:

Divestment passt gut in das Profil der Universität. Mit unserem Nachhaltigkeitsfokus sollten wir das machen.

Das klingt doch gut! Jetzt gilt es nur, sich nicht an den Hürden aufzuhängen, die sich in der Verwaltung bei der Umsetzung sicherlich auftun werden. Wir sind also gespannt auf das Gespräch, das wir demnächst mit dem Kanzler und der Finanzabteilung führen werden.

Divestment – Was ist das?

Wer sein Geld anlegen will, investiert in Aktien, Anleihen oder andere Vermögensanlagen, durch die Einnahmen erwirtschaftet werden. Universitäten (in Deutschland über unselbständige Stiftungen), religiöse Institutionen, Pensionskassen und andere Institutionen investieren auf ähnliche Weise Milliarden, um sich Einnahmen für ihre Betriebskosten zu verschaffen.

Divestment ist das Gegenteil einer Investition. Es bedeutet, dass man sich von Aktien, Anleihen oder Investmentfonds trennt, die unökologisch oder unter ethischen Gesichtspunkten fragwürdig sind. Investitionen in fossile Brennstoffe stellen ein Risiko für Investoren und für den Planeten dar – darum rufen wir sämtliche Institutionen dazu auf, ihr Vermögen aus diesen Unternehmen abzuziehen. Aber gerade in Kassel ist es auch die Rüstungsindustrie, die Sorgen machen muss: Kasseler Waffen werden in Kriegen und Bürgerkriegen auf aller Welt eingesetzt. Für uns gilt: wenn Klimawandel und Kriege zu verurteilen sind – dann ist es auch falsch, davon zu profitieren!

Es gibt in der jüngsten Geschichte einige Beispiele für erfolgreiche Divestmentkampagnen, darunter Darfur, Tabak und andere, aber die größte und wirkungsvollste spitzte sich während der Apartheid in Südafrika zu. Bis Mitte der 80er Jahre hatten 155 Universitäten in den USA, darunter einige der höchst angesehenen, ihr Vermögen aus Unternehmen abgezogen, die in Südafrika wirtschafteten. Die Regierungen von 26 Bundesstaaten, 22 Landkreisen und 90 Städten, darunter einige der größten im Land, deinvestierten ihr Vermögen aus den multinationalen Unternehmen. Die südafrikanische Divestmentkampagne trug wesentlich dazu bei, dem Apartheidregime das Rückgrat zu brechen und eine Ära der Demokratie und Gleichberechtigung einzuläuten.

Diese Beispiele zeigen – wir können es schaffen, wenn wir gemeinsam Druck aufbauen und die unwürdigen Zustände nicht länger akzeptieren!