Für alle mit Fonds: Wie finde ich Informationen über mein Anlageprodukt?

Beim Workshop am Montag im evangelischen Forum haben wir vorgestellt, wie ihr selbst herausfinden könnt, worin ein bestimmter Anlagefonds investiert ist. Im Wesentlichen sind das die folgenden Schritte:

  • Namen des Anlageproduktes und/oder ISIN-Nummer herausfinden
  • Nur bei mehrfach verschachtelten Fonds:
    • Online Jahres- oder Rechenschaftsbericht suchen
    • Im Dokument die „Vermögensaufstellung“ suchen und die einzelnen Fonds identifizieren
  • Fonds anhand „ISIN-Kennung“ mittels Suchmaschine finden
  • In den jeweiligen Rechenschaftsberichten sind alle Unternehmen mit ihren Anteilen am Fonds gelistet (Suche nach „Vermögensaufstellung“)

Nützliche Seiten für diese Recherche sind zum Beispiel folgende Fondsdatenbanken:

Im Anschluss gilt es nun zu identifizieren, ob ethisch und sozial-ökologisch problematische Unternehmen dort mit gelistet sind. Dabei helfen neben den allgemein bekannten Fällen z.B. folgende Datenbanken:

Spannende Vernetzung bei gut besuchter Abendveranstaltung!

Gestern Abend fand unsere gut besuchte Veranstaltung „Nachhaltig aus der Kohle – Ist mein Geld klimagerecht angelegt?“ im evangelischen Forum statt. Ein voller Erfolg!

„Das ist die Kohle nicht wert“: Vertreter von Divest Kassel, attac Kassel, der Energiegenossenschaft Kaufunger Wald, oikocredit Hessen-Pfalz und der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck fordern nachhaltige Finanzanlagen.

Kerstin Lopau beim Vorstellen von Divest Kassel:

Die Veranstaltung fand mit etwa 35 Besucher*innen im evangelischen Forum bei der Lutherkirche statt.

Manfred Hofmann von attac Kassel gibt einen Rat mit auf den Weg: Sich selbst zu informieren ist der einzige Weg, um nicht schädliche Finanzprodukte aufgeschwatzt zu bekommen.

Neben oikocredit hat Willi Nitsche die Bürgerenergiegenossenschaft Kaufunger Wald eG als lokale Investitionsalternative vorgestellt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden in einem interaktiven Workshop Vorschläge entwickelt, wie Fonds auf ihre Klimaschädlichkeit untersucht werden können. Zunächst einmal gilt es, Nachhaltigkeit für sich selbst zu definieren – oder zumindest festzulegen, was nicht nachhaltig ist. Im Anschluss kann dann über Webseiten wie www.finanzen.net oder www.fondsweb.de ein entweder bereits bestehender oder infrage kommender Fonds auf seine Beteiligungen untersucht werden. Auf www.coalexit.org können einzelne Unternehmen auf ihre Verwicklungen in die Kohleindustrie analysiert werden.

Thomas Haselhorst von Divest Kassel bei der Sammlung von „nicht-investierbaren“ Unternehmen durch das Publikum.

André Höck, Portfoliomanager bei der Evangelischen Bank, hat in der Workshopphase weiteren Input zu nachhaltigen Investment-Fonds geliefert. Am Ende der Veranstaltung hat sich eine rege Diskussion darüber ergeben, inwiefern Geldanlagen am Aktienmarkt z.B. aufgrund der schlichten Größe der finanzierten Unternehmen überhaupt nachhaltig sein können – eine Frage, die auch uns beschäftigt.

Die Veranstaltung wurde von Stefan Weiß, dem Klimaschutzmanager der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck moderiert.

WIr haben uns sehr gefreut, dass so viele verschiedene Akteure zu dieser Veranstaltung beigetragen haben und so vielfältige Sichtweisen auf das Thema vermittelt haben. Mit dieser Vernetzung gehen wir nun gestärkt in die weiteren Schritte unserer Stadt-Kampagne!

Argumentationspapier für Divestment in Kassel

Wir haben ein Argumentationspapier erstellt indem Gründe und Funktionsweisen für Divestment aufgestellt werden. Das ganze bezieht sich natürlich auch direkt auf die Stadt Kassel.

Wem Fragen wie „Macht es überhaupt einen Unterschied, ob die Stadt Kassel deinvestiert?“ oder „Gibt es wirtschaftliche Argumente für ein Divestment?“ schon mal durch den Kopf gingen, die*der bekommt hier kompakt die Antworten.

Viel Spaß beim Lesen! Die nächste Diskussion kann kommen 😉