Divest Kassel auf dem Königsplatz

Die bunte Divest-Collage am Königsplatz

Am Mittwoch, den 05.07.2017, war Divest Kassel auf dem Königsplatz, um Stimmen und Stimmungen zum Divestment der Stadt Kassel zu sammeln. Auf einer bunten Collage, die zuvor auch schon am Campus Holländischer Platz bestückt wurde, trugen die interessierten Kasseler*innen, Kasselaner*innen und Kasseläner*innen weitere Kriterien zusammen, die für sie zu einer nachhaltigen Anlagerichtlinie gehören.

Schwerpunkte liegen hier auf den Bereichen fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas, die ortsansässige Rüstungsindustrie (z.B. KMW und Rheinmetall) sowie menschenverachtende Arbeitsbedingungen, wie beispielsweise Kinderarbeit oder Verfolgung von Gewerkschaften.

Wir bedanken uns für die konstruktiven Beiträge und Diskussionen und freuen uns auf den weiteren Dialog!

Eure Negativkriterien beim Waschbär Open Air

Bild

Hier haben wir eure Vorschläge für Ausschlusskriterien gesammelt - danke für eure Beiträge!

Hier haben wir eure Vorschläge für Ausschlusskriterien gesammelt – danke für eure Beiträge!

Am 08.06.2017 fand auf dem Campus am Holländischen Platz das Waschbär Open Air statt, ein vom AStA organisiertes Straßenfest. Auch wir waren vertreten und haben an unserem Stand fleißig eure Vorschläge gesammelt für Branchen/Firmen aus denen Uni und Stadt divesten sollten. Hier eine kleine Auswahl: RWE, Kriegswaffen, Kinderarbeit, Atomenergie, Tierversuche…Danke für eure Beteiligung!

Übrigens: Am Mittwoch, den 05.07.2017 wollen wir von 13 – 18 Uhr die Aktion am Königsplatz weiterführen und das bunte Bild weiter füllen. Kommt gerne vorbei und bringt neue Menschen mit!

Menschenbild „Divest“ am Königsplatz ein voller Erfolg!

Galerie

Diese Galerie enthält 5 Fotos.

40 Menschen sind unserem Aufruf zu einem Menschenbild auf den Königsplatz heute um 16 Uhr gefolgt. Vielen Dank, dass ihr alle dabei wart!! Sprechchöre wie „Kein Geld für Waffen, Kohle, Öl und Gas!“ machen die Aktion laut und lebendig. Bunt … Weiterlesen

Nächsten Dienstag: Flashmob auf dem Königsplatz!

Es ist Zeit, die Divestment-Welle in die Stadt zu tragen!

Nächsten Dienstag um vier Uhr am Nachmittag werden wir uns versammeln, um mit unseren Körpern zu zeigen: „DIVEST!“ ist die Forderung der Stunde! Als Auftakt unserer Kampagne zur Stadt Kassel gilt es zu zeigen, dass wir der Stadt in den folgenden Monaten sehr genau auf die Finger schauen werden, wo sie ihre Pensions- und sonstigen Rücklagen angelegt haben. Denn wer will schon, dass mit der eigenen Rente Wasserkriege, Überschwemmungen und Dürren infolge des Klimawandels finanziert werden?

Sei dabei, wenn wir Dienstag um vier Uhr nachmittags mitten auf dem Königsplatz bei einem gut hörbaren Signal zusammenströmen und den Kreideschriftzug mit Menschen füllen. Zeigen wir der Stadt mit diesem Menschenbild, dass ihre öffentlichen Gelder nicht weiter im Geheimen angelegt werden können! Falls möglich, bringt etwas Orangenes mit: einen Schal, eine Radtasche, ein Band… denn Divest ist bunt!

Am Donnerstag, den 11.5. ist dann das Auftakttreffen für die Stadt-Kampagne, zu dem wir alle Interessierten auch ohne jede Vorerfahrung einladen. Kommt einfach um 20 Uhr ins Café DesAStA (Campus Holländischer Platz der Universität, Arnold-Bode-Str. 6). Denn je mehr Leute wir sind, desto größer können wir die Kampagne aufziehen – jede*r Einzelne zählt!

Was macht eigentlich MEIN Geld?

Professionelle Finanzberatung gefällig?

Am Mittwoch haben zwei Finanzberater der HB („Honest Bank“) ihre Produkte an die Kund*innen auf dem Mensa-Vorplatz beim Tag der nachhaltigen Uni gebracht. Das Portfolio der Privatbank hat alles im Angebot, was andere Banken letztlich auch anbieten, nur ist sie mit diesen Geschäften transparent.

Von RWE-Aktien für die Finanzierung des neuesten Tagebaus über einen Kinderarbeits-Fonds zu Anteilen am britischen Atomwaffenhersteller Serco war alles dabei – je nachdem, was eben die Hausbank der Kund*innen selbst so alles im Portfolio hat.

Zeit, ein wenig nachzudenken: was macht eigentlich mein Geld? Profitiere auch ich vom Klimawandel? Ist mein Bausparvertrag an einer Panzerfabrik in der Türkei beteiligt? Meine Zusatzrentenversicherung Aktionär von Monsanto?

Es gibt Alternativen; wer sich eine wirklich nachhaltig agierende Bank sucht, der wird auch fündig. Zum Beispiel hier: www.nachhaltigebank.de

Es lohnt sich und ist einfacher, als mensch erst einmal denkt!

Intensiv-Divesting und nächste Termine

DIVEST from dirty profits – kein Geld für Waffen, Kohle, Öl und Gas!
– Die Divestment-Bewegung in Kassel –

Wenn der Klimawandel und Kriege zu verurteilen sind, dann ist es auch falsch, davon zu profitieren! Diesen Ansatz verfolgt die internationale Divestment-Bewegung. Divestment ist das Gegenteil einer Investition. Es bedeutet, dass man sich von Aktien, Anleihen oder Investmentfonds trennt, die unökologisch oder unter ethischen Gesichtspunkten fragwürdig sind. Investitionen in fossile Brennstoffe oder Rüstungsgüter, aber auch Sektoren mit Kinderarbeit oder Korruption bedeuten ein Risiko für Investoren und für den Planeten – darum sollten Institutionen ihre Vermögen aus diesen Unternehmen abziehen!

Historisch ist diese Protestform z.B. aus Südafrika bekannt, wo das Divestment in den 80ern Druck auf das Apartheidsregime ausgeübt hat und häufig auch als ein Faktor für das Ende der Apartheid genannt wird. Neuen Schwung gewinnt das Konzept des Divestments vor dem Hintergrund des Klimawandels mit dem Ziel, die fossile Energieindustrie anzugreifen. Weltweit haben bereits über 700 Institutionen eine Summe von ca. 5 Billionen Euro abgezogen – darunter Kommunen, kirchliche Verbände, Stiftungen, Pensionsfonds, Versicherung, sowie auch Bildungseinrichtungen. Genau hier setzen wir als Studierende an. Wir fordern eine nachhaltige Finanzpolitik der Universität Kassel. Seit ca. einem Jahr beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema und haben mittlerweile mit vielen Akteur*innen Kontakt aufgenommen, vom Präsident, über den Kanzler samt Finanzabteilung bis zum AStA.

Im Dezember 2016 fand das erste Treffen mit dem Hochschulpräsidenten, Prof. Finkeldey statt. Die Grundidee des Divestments kam sehr positiv an und Herr Finkeldey stimmte uns zu, dass ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Geldern der Universität nur im Einklang stehen kann mit dem Umweltprofil und den sonstigen Anstrengungen in diese Richtung. Die Verantwortung darf bei den Finanzen nicht aufhören! Ökostrom, Bio-Essen in der Mensa, diverse Studiengänge im Bereich Nachhaltigkeit und zwei E-Bikes als Dienstfahrzeuge sind zwar ein guter Anfang, aber auch die Finanzen müssen mit in eine Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen werden.

Im Februar diesen Jahres wurde dann mit großer Mehrheit eine entsprechende Resolution im Studierendenparlament verabschiedet, die die Uni dazu auffordert, ihre Finanzgeschäfte unter ethischen und ökologischen Kriterien abzuwickeln. Diese Resolution ist für uns als Initiative sehr wichtig, da sie uns und der Univerwaltung zeigt, dass nicht nur die Menschen in der Kampagne dieses Thema für relevant halten, sondern die verfasste Studierendenschaft, die von allen Studierenden der Universität gewählt wird.

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir aber noch immer keine aussagekräftigen Aussagen zu den Finanzgeschäften der Uni bis auf den öffentlich einsehbaren Finanzbericht, aus dem aber nicht viel herauszulesen ist. Ende Februar saßen wir dann aber endlich mit dem Kanzler, Dr. Fromm, Herrn Tolle von der Finanz- sowie Herrn Mense aus der Presseabteilung zusammen. Das Gespräch war sehr aufschlussreich und konstruktiv. Bestätigt wurde uns, dass das Geschäftsverhältnis zur Commerzbank zum nächstmöglichen Zeitpunkt, wahrscheinlich bis zum Sommersemester 2019, gekündigt werden soll. Bislang mussten wir Studierende unsere Semesterbeiträge auf ein Girokonto bei dieser Bank überweisen, obwohl diese für ihre zweifelhaften Geschäftsfelder bekannt ist, wie zum Beispiel die Finanzierung von Waffenherstellern wie Rheinmetall oder Krauss-Maffei Wegmann (beide auch in Kassel ansässig). Das können wir als großen Erfolg verbuchen, der auf unsere Kampagnenarbeit zurückgeht!

Das Divestment bezieht sich allerdings hauptsächlich auf feste Geldanlagen und Investment, da dort die finanziellen Mittel langfristig gebunden sind und tatsächlich zur Unterstützung der kritischen Branchen genutzt werden. Laut Herrn Fromm verfügt die Universität Kassel allerdings in keinem großen Umfang über Geldanlagen. Die Mittel werden der Universität meist kurzfristig vom Land Hessen zugewiesen, das wiederum den sogenannten Cash Pool verwaltet und auf den die Universität nach eigener Aussage keinen Einfluss hat.

Für uns bedeutet diese Wendung zum einen natürlich einen Erkenntnisgewinn, zum anderen aber auch, dass wir unsere Strategie neu ausrichten müssen. Auch wenn die neuen Informationen allem Anschein nach belegen, dass die Uni momentan keine unethischen Finanzgeschäfte tätigt. Das bedeutet für uns allerdings keineswegs das Ende der Kampagne! Die Girokonten der Universität Kassel liegen derzeit bei der Kasseler Sparkasse, die zwar ein lokales Finanzinstitut ist, die aber über ihren Spitzenverband, der Hessisch-Thüringischen Landesbank (HeLaBa), auch in schmutzige Geschäfte verwickelt sein könnte. Die Landesbanken agieren wie normale Großbanken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank und finanzieren ebenso Firmen wie KMW, Thyssen Krupp oder Serco, welche das britische Atomwaffenarsenal entwickelt, aufbaut und wartet. Darüber hinaus fiel die HeLaBa 2011 durch den Stresstest der EU. Daher ist unser Ziel, dass auch diese Girokonten ins Visier genommen werden, um öffentlich ein Zeichen gegen diese Unternehmen zu setzen. Der Anfang könnte leicht gemacht sein mit dem Semesterbeitragskonto, das ja nun gerade ohnehin gewechselt werden soll. Hier könnte die Uni einen Versuch wagen und zu einer der Nachhaltigkeitsbanken wechseln. Stellt euch vor, ihr überweist eure Semestergebühren auf ein Konto einer Bank, die zu 100% vertrauenswürdig ist und die Gutes mit dem Geld schafft! Das hätte natürlich auch einen positiven Einfluss auf das Bild der Uni Kassel als Umweltuni und hat für uns nur mit Konsequenz und Glaubwürdigkeit seitens der Universitätsleitung zu tun!

Ein langfristiges Ziel ist schließlich die Verabschiedung einer Finanzrichtlinie, zum Beispiel im Senat. In dieser sollten Kriterien festgelegt werden, die für alle Finanzgeschäfte gelten, das heißt sowohl für die Girokonten, als auch für Anlagen, falls diese in Zukunft, z.B. durch Stiftungsvermögen, doch einmal getätigt werden sollen. Wichtig ist dabei, dass es nicht bei einem „leisen Divestment“ bleibt, sondern die Universität muss laut für ihre Ansichten und Entscheidungen einstehen. Daher ist eine Richtlinie der richtige Weg, um diese Entscheidung klar und deutlich zu formulieren und auch für kommende Generationen von Präsident*innen und Kanzler*innen festzuschreiben. Die Kriterien sollten dabei möglichst umfassend sein und partizipativ bestimmt werden – denn wir alle haben eine Stimme, die wir nutzen sollten! Wie der Prozess genau aussehen kann, darauf sind auch wir gespannt. Als Initiative wollen wir diesen Prozess begleiten und die Universitätsleitung immer wieder herausfordern, doch noch eine Lösung zu finden, obwohl das vielleicht vor ihnen noch nie jemand an einer deutschen Universität getan hat.

Parallel dazu wollen wir uns jetzt auch an andere Institutionen in Kassel herantasten, wie zum Beispiel der Stadt Kassel. In diesem Bereich gibt es deutschlandweit bereits einige Divestment-Beschlüsse, sodass die Hürden hier etwas niedriger sind, schließlich, müsste man es in Kassel nur Münster, Stuttgart oder Berlin „nachmachen“.

Nach der ganzen Hinterzimmerarbeit freuen wir uns jetzt auch darauf, mal wieder öffentlich in Erscheinung zu treten! Am 26. April in Kassel und am 27. April in Witzenhausen, jeweils von 11 bis 15 Uhr, werden wir mit einem Stand und einer kleinen Aktion für euch bei den Nachhaltigkeitstagen dabei sein – hier könnt ihr euch über eure (nachhaltigen?) Finanzgeschäfte beraten lassen.

Außerdem findet vom 5. bis 13. Mai eine Global Divestment Mobilisation statt, an der auch wir in Kassel uns beteiligen wollen. Am 9. Mai um 16 Uhr wollen wir auf dem Königsplatz eine Fotoaktion machen, bei der wir mit unseren und euren Körpern eine Message bilden und an die Entscheidungsträger*innen in Kassel und der ganzen Welt senden wollen. Seid dabei und helft uns, unsere Verantwortung für unser Geld sichtbar zu machen!

Wenn ihr euch auf wissenschaftlicher Ebene mit dem Thema befassen wollt, könnt ihr im Sommersemester ein Projektseminar zum Thema „Die Universität Kassel als nachhaltige Investorin“ belegen. Wir freuen uns sehr, dass Samuel Drempetic und Tobias Bauckloh vom Fachgebiet Corporate Finance (Prof. Klein, FB 07) dieses Seminar im Rahmen der „Lehre für eine nachhaltige Universität“ anbieten und sind gespannt auf die Ergebnisse! Ziel des Seminares ist es, den Studierenden einen fundierten Einblick in die Thematik „Nachhaltiges Investieren“ zu gewähren und die Kenntnisse an praktischen Beispielen zu vertiefen. Dafür ermitteln die Studierenden den Status Quo der Anlagepolitik der Universität Kassel und der mit ihr verbundenen Institutionen und erarbeiten ein Konzept zur Integration von Nachhaltigkeitskriterien in den Anlageprozess dieser Institutionen.

Wir als Initiative freuen uns, dass das Thema Divestment nun so vielschichtig in Kassel vertreten ist und freuen uns auf die weitere Arbeit. Wir werden nicht lockerlassen, bis die Institutionen in Kassel die Verantwortung für ihr Geld wahrnehmen und laut sagen: Kein Geld für Waffen, Kohle, Öl und Gas!

Ihr findet das Thema spannend und habt Lust euch einzubringen? Ihr seht noch Diskussionsbedarf? Meldet euch sehr gerne bei uns und/oder kommt zu unseren Treffen! Termine, mehr über uns und viele Hintergrundinformationen sind auf unserer Website zu finden: divestkassel.blogsport.eu

Arbeitsatmosphäre bei der Klausurtagung

Gespräch mit dem Uni-Präsidenten

Zitat

Am letzten Dienstag, den 06.12.2016, waren wir für ein intensives Gespräch beim Uni-Präsidenten Prof. Finkeldey. Er stimmt uns generell zu:

Divestment passt gut in das Profil der Universität. Mit unserem Nachhaltigkeitsfokus sollten wir das machen.

Das klingt doch gut! Jetzt gilt es nur, sich nicht an den Hürden aufzuhängen, die sich in der Verwaltung bei der Umsetzung sicherlich auftun werden. Wir sind also gespannt auf das Gespräch, das wir demnächst mit dem Kanzler und der Finanzabteilung führen werden.