Divest Kassel nimmt an Kohle-Blockade im Rheinland teil – 6000 TeilnehmerInnen bei Ende Gelände & Co

Kassel,  September 2017 — Die Klimaschutzgruppe Divest Kassel hat Ende August an der Aktion Ende Gelände teilgenommen, bei der Tausende Menschen die Förderung in einem der größten Braunkohletagebaue Europas gestoppt haben. Ende Gelände rief vom 24. bis 29. August zu massenhaften Aktionen zivilen Ungehorsams im Rheinischen Braunkohlerevier auf. Das Aktionsbündnis fordert den sofortigen Braunkohleausstiegs für eine klimagerechte Welt.

Die Gruppe Divest Kassel kämpft in ihrer Stadt und an der Uni für klimafreundliche Geldanlagen und unterstützt gleichzeitig mit ihrer Teilnahme an Ende Gelände die internationalen Forderungen nach einem Ausstieg aus klimaschädlichen Energieträgern. Alex von der Initiative sagt: „Spätestens seit den Klimaverhandlungen in Paris ist klar, dass fast alle Kohle-, Öl- und Gasreserven im Boden bleiben müssen, um katastrophalen Klimawandel zu vermeiden. Wir setzen uns in Kassel dafür ein, dass weder die Stadt noch die Uni nicht länger die Konzerne unterstützt, die den Planeten aufheizen und sind deshalb ins Rheinland gefahren, um genau da, wo Klimawandel verursacht wird, aktiv zu werden.”

Ein Bündnis aus zahlreichen Umweltverbänden und Initiativen hatte sich kurz vor Beginn der Anti-Kohle-Proteste solidarisch erklärt. In der Solidaritätserklärung heißt es unter anderem: “Wir können angesichts der bedrohlichen Klimakatastrophe nachvollziehen, wenn sich jetzt Menschen zum zivilen Ungehorsam gegen den Kohleabbau gezwungen sehen. ‘Ende Gelände’ ist ein aufrüttelndes Signal zum Ausstieg aus einer zerstörerischen Technologie.” Auch Divest Kassel ist Unterzeichnerin der Erklärung.

„2016 war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und auf der ganzen Welt sind Menschen bereits von den Folgen des Klimawandels betroffen. Insbesondere die neu gewählte Bundesregierung muss Klimaschutz ernst nehmen und dafür sorgen, dass Deutschland so bald wie möglich aus der Kohle aussteigt, da sonst die Pariser Klimaziele in Gefahr sind.“, so Kerstin aus der Kasseler Initiative. „Auf lokaler Ebene werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass Stadt und Uni ihre Investitionen aus der  Kohle-, Öl- und Gasindustrie abziehen und sich der international wachsenden Divestment-Bewegung anschließen.”

Fotos, Videos und mehr auf Facebook

Solarzellen auf dem Klimacamp mit Stromzelt zur Versorgung der Aktivisten

Wir können auch November!

COP 23, 3.-5. November 2017 in Bonn: Schickes Ambiente, wohltemperierte Konferenzsäle. Schön weit weg von da, wo es stinkt, qualmt und raucht – den Schloten, Kohlegruben und Fracking-Bohrungen, wird das Klima verhandelt. Und noch weiter entfernt von den Leidtragenden des Klimawandels. So fanden Klimagipfel bisher statt. Doch diesmal wird alles anders. Wenn Tausende Delegierte aus der ganzen Welt im November zum UN-Klimagipfel (COP 23) in Bonn zusammenkommen, fressen sich nur 50 Kilometer entfernt die gigantischen Kohlebagger weiter in die Erde.

Wenn in Bonn der Klimagipfel startet, tragen wir den Kampf gegen den fossilen Wahnsinn und für Klimagerechtigkeit dorthin, wo das Klima wirklich verhandelt wird: in Europas größte Kohletagebaue. Da, wo Politik untätig bleibt, nehmen wir den Kohleausstieg selbst in die Hand. Mit über tausend Menschen gehen wir in die Grube, setzen uns vor die Bagger und stoppen die Klimakiller.

Mit Ende Gelände haben in den letzten zwei Jahren tausende Menschen aus ganz Europa Widerstand gegen die Kohle geleistet. Während der Weltklimakonferenz in Bonn schreiten wir mit Menschen aus der ganzen Welt zur Tat – mit Bäuer*innen aus dem globalen Süden oder Gipfel-Delegierten aller Länder, mit Climate Warriors aus dem Pazifik oder Mitgliedern von Umweltverbänden – und auch mit dir wollen wir in die Grube. Gemeinsam sagen wir: Für Kohlekraftwerke und Klimazerstörung ist hier ENDE GELÄNDE! Statt um CO2 zu feilschen, kämpfen wir für ein Klima der Gerechtigkeit – vom 3. bis 5. November 2017 im Rheinland!

Über Fossil Free

Fossil Free ist ein globales Netzwerk von Freiwilligen und Organisationen, die den Abzug von Geldanlagen aus dem fossilen Sektor durch Institutionen wie Städte, Unis, Kirchen, u.a. fordern. Insgesamt verpflichteten sich bereits über 500 Institutionen mit einem Gesamtvermögen von $3,4 Billionen, klimaschädliche Investitionen zu beenden. Der öffentliche Druck der Kampagne entzieht der fossilen Industrie die soziale Akzeptanz für ihr Geschäftsmodell, das mit einem sicheren Weltklima unvereinbar ist.

Über Ende Gelände

Ende Gelände ist eine Kampagne zivilen Ungehorsams für den sofortigen Braunkohleausstieg. Im letzten Mai blockierten rund 4000 Aktivistinnen und Aktivisten Kohlegruben und ein Kraftwerk in der Lausitz. Dieses Jahr ist Ende Gelände Teil von vielfältigen Protesten, die sich während der Aktionstage gegen Braunkohle stellen, z.B. die Menschenkette „Rote Linien“ und Kleingruppenaktionen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.