Hintergrundinfos Divestment

Die Divestment-Bewegung startete vor vier Jahren mit einem Artikel des amerikanischen Klimaaktivisten Bill McKibben. Die Analyse auf Basis der damals aktuellen Forschung: wenn die bekannten und wirtschaftlich ausbeutbaren Lagerstätten fossiler Rohstoffe alle verwendet werden, übertreffen wir das 2-Grad-Ziel um ein Vielfaches. Dessen Kohlenstoffbudget (Stand 2011) wäre nämlich um das Fünffache übertroffen.

Jetzt, einige Jahre später, mit besserer Datenlage der umso größere Hammer in einem wieder sehr lesenswerten Artikel (auf Englisch). Die momentan bereits in Betrieb befindlichen Minen und Förderanlagen von Kohle, Öl und Gas übertreffen eben dieses Limit bereits deutlich. Es geht also nicht nur um die Lagerstätten, die schon mal ein wenig untersucht wurden und am Rande in die Bilanzen der fossilen Unternehmen eingeflossen sind. Nein, es sind die Betriebsstätten selbst! Der ganze fossile Sektor steht also mit seiner Substanz gegen den Klimaschutz.

Aktuelle Schätzungen zur Einhaltung des 2-Grad-Ziels gehen von allerhöchstens 800 Gigatonnen CO2-Äquivalenten aus, die die Menschheit noch emittieren darf. Wenn wie im Paris-Vertrag angekündigt, das 1,5-Grad-Ziel angepeilt wird, sind es noch weniger als 353 Gigatonnen – keine acht Jahre bei unseren aktuellen Emissionsmengen.
In den Tagebauen, Ölfeldern und Gaslagerstätten, die schon ausgebeutet werden, finden sich allerdings – 982 Gigatonnen! Und selbst ohne jegliche Kohle ist das Limit für das 1,5-Grad-Ziel schon überschritten.

Oder anders: für das 2-Grad-Ziel müssen 68%, für 1,5 Grad 85% der bekannten und wirtschaftlich nutzbaren fossilen Rohstoffe (sogenannte Reserven) im Boden bleiben. Auch wenn die öffentliche Debatte noch immer darin verharrt: es geht schon lange nicht mehr um peak oil. Es geht um peak climate!

Wir haben viel zu viele fossile Rohstoffe, um in einem Jahrhundert unseren Enkelkindern noch ein auch nur halbwegs annehmbares Klima zu hinterlassen.

Wir sehen keine andere Möglichkeit, als jenen Unternehmen, die knallhart mit dem Klimawandel kalkulieren, den Geldhahn zuzudrehen. Wer Menschenleben nicht nur aufs Spiel setzt, sondern zahlreiche Tote durch Hungersnöte, zunehmende Stürme und die millionenfache Flucht vor katastrophalen Klimawandelsfolgen grob fahrlässig als klar absehbare Nebenwirkung der eigenen Geschäftsgrundlage in Kauf nimmt, sollte in keiner gerechten Gesellschaft Unterstützung finden. Schließt Euch mit uns der Divestment-Bewegung an – Geld raus aus Kohle, Öl und Gas!