Pressemitteilung: Uni kehrt nach unserem Druck der Commerzbank den Rücken

Ende vergangener Woche erhielten die Kasseler Studierenden eine Mail der Hochschulverwaltung, dass ihre halbjährlichen Semestergebühren nicht länger auf das bisherige Konto bei der Commerzbank überwiesen werden sollen. Stattdessen hat sich die Universität Kassel laut ihrer Pressestelle dazu entschlossen, mit dem Wechsel zur Sparkasse regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken.

Die zivilgesellschaftliche Initiative Divest Kassel hat diesen Prozess vor zwei Jahren angestoßen und seitdem regelmäßig kritisch nachgefragt. „Wir beglückwünschen die Universität Kassel zu diesem ersten Schritt. Sie zeigt damit ihre gesellschaftliche Verantwortung zur sozial-ökologischen Transformation. Denn diese Verantwortung hört nicht beim Geld auf,“ kommentiert deren Pressesprecher Arvid Jasper. „Öffentliche Einrichtungen müssen es als Erste ablehnen, mithilfe von Zinsen Profit aus Klimazerstörung, Ausbeutung und Kriegsproduktion zu schlagen,“ so Jasper. Daher fordert die Initiative die Universität dazu auf, auch die weiteren Konten von den gesellschaftlich schädlichen Großbanken abzuziehen und zu Nachhaltigkeitsbanken mit umfassenden Nachhaltigen Anlagerichtlinien zu wechseln. Des Weiteren solle die Universität Einfluss nehmen auf die Anlagepraxis des Pensionsfonds, welcher die Altersversorgung der Beamt*innen verwaltet. Der Initiative zufolge müsse auch die kapitalgedeckte betriebliche Altersversorgung der VBL auf den Prüfstand, die allen Mitarbeitenden empfohlen wird.

Die Commerzbank finanziert in großem Umfang Rüstungsproduzenten wie die Panzerschmiede Rheinmetall oder neue Kohlekraftwerke. Die Aktivistin Kerstin Lopau fordert die Sparkasse als öffentlich-rechtliche Bank dazu auf, Anlageprodukte dieser Branchen abzustoßen und so mittels einer Nachhaltigen Anlagerichtlinie zu „deinvestieren“.

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Aktuelle Informationen zu Kohle- und Rüstungsinvestitionen der Commerzbank unter https://urgewald.org/medien/commerzbank-loechrige-ethik

2 Gedanken zu „Pressemitteilung: Uni kehrt nach unserem Druck der Commerzbank den Rücken

  1. Hallo liebe Divest-Gruppe aus Kassel!
    Herzlichen Glückwunsch zu eurem Erfolg erst einmal! Wir in Lüneburg wollen dasselbe erreichen, nämlich dass unsere Uni mit ihren Konten von drei konventionellen Banken, inkl. der Lüneburger Sparkasse, zu einer oder mehreren sozial-ökologischen Banken wechselt (z.B. der GLS Bank). Wir würden uns daher unheimlich gerne mit euch vernetzen und herausfinden, was für Unterschiede und Gemeinsamkeiten es gibt, was für (rechtliche/verwaltungstechnische) Hindernisse es gibt und wie ihr es letztendlich geschafft habt.
    Wir haben keine eigene Divest-Gruppe, aber die campus.grün-Liste aus dem Studierendenparlament, ein Mitglied des akademischen Senates und (potenzielle) Unterstützer*innen im AStA, im StuPa generell und in Initiativen (sowie auch möglicherweise im Senat und der Verwaltung). Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

    Viele Grüße, Felix

  2. Hallo liebe Kassler,
    herzlichen Glückwunsch zu eurem Erfolg! Hier in Lüneburg haben wir dasselbe vor. Wir wollen erreichen, dass unsere Uni mit ihren Konten von drei konventionellen Banken zu einer oder mehreren sozial-ökologischen Banken wechselt, z.B. der GLS Bank. Daher wäre es für uns ungemein interessant, uns mit euch zu vernetzen und herauszufinden, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es gibt, welche (rechtlichen/verwaltungstechnischen) Hindernisse es gab und wie ihr es letztendlich geschafft habt. Wir würden uns daher sehr über eine Antwort freuen!

    Viele Grüße, Felix (campus.grün, studentisches Senatsmitglied)

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